Leseprobe „Rain Dogs“ Anfang

Bei amazon kann man über den „Kindle Cloud Reader“ den Anfang des Romans „Rain Dogs“ – entspricht etwas 26 Seiten der Print-Version – frei lesen. Hier der Link:

https://www.amazon.de/gp/digital/fiona/clarification/sample-downloaded?ie=UTF8&action=&asin=B00Z1M5CFU&targetFiona=A3893LG688XU3G

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Drei Videos von der „RAIN DOGS“-Lesung im „Keith“ am 4.6.

Hier drei Videos von meiner ersten Lesung aus dem Roman „Rain Dogs“ am 4.6. im „Keith“ in Neukölln. Es ist jeweils ein Ausschnitt aus den ersten drei von vier Teilen des Romans: Die „Bodo-Mutter-Jana-Kennenlern-Szene“ aus Teil I (Innensicht Bodo), die „Thunfischnudelauflauf-Szene“ aus Teil II (Innensicht Jansosch) und die „Luna-Bar-Szene“ aus Teil III (Außensicht) – demnächst werden wohl noch zwei hinzukommen: ein Ausschnitt mit Innensicht Thomas und einer aus dem vierten und letzten Teil des Romans, dann ist von allem was dabei … hier erstmal die drei Videos:


Rhodos, Strand, Augenblicksschmelze

Rhodos, Strand, Augenblicksschmelze

                                                                  für Paul

Rauschende felsige Weite,

blaues ägäisches Meer,

weiß ragen Häuser zur Seite,

weiß wogt die Gischt hin und her …


Glitzerndes Blau in der Ferne,

buntes Gekiesel davor,

Lachen kommt aus der Taverne –

immer das Rauschen im Ohr


Zeit dehnt sich, Zeit wird elastisch,

tickt nicht mehr, rauscht nur noch an –

Augenblicksschmelze – und plastisch

formt sich ein Bild dann und wann


Später Frühling

Später Frühling

.

Kinderlachen, Lichtreflexe

auf Autodächern, Bierflaschen,

Geäst spielt Winter, Sonne Sommer –

die Welt von Wärme überrannt

.

Gerüche mischen sich, verlocken

zum Tummeln unterm Astgeflecht,

alles strömt auf Rädern, Beinen –

ein buntes Open-Air-Event

.

Es knospt und strahlt …

es raucht und lächelt …

es hockt und trinkt …

es lärmt und springt …
.

und inhaliert von deinen Sinnen

verdichtet sich’s zur Gegenwart


Gezeitenrhythmus in HD

Gezeitenrhythmus in HD

.

In dir das Meer aus Un-

gesagtem, in dem das Wort

pulsierend wartet. Das

Wort hat Zeit, es taucht nicht

auf aus eigner Kraft – du

musst mit den Gezeiten leben,

um’s abzupassen, auszu-

sagen – von außen prasseln

hagelschauernd Millionen

Wörter, die nichts sagen

.

Jetzt auf HD umschalten!“

.

Nimmst alles auf, versenkst’s

in dir …

.

Nächster Halt: schwanger?

maybe baby pocket!“

Zurückbleiben bitte!“

.

Nur weil du fremd

bist hier, ist deinen Augen

die Welt so neu nach jeder

Flut und Ebbe, und aus dem

ungesagten Meer in dir

förderst du gezeitenrhythmisch

hin und wieder Seesterne

zutage

.


Wo immer weniger wissen

Wo immer weniger wissen

.

Kein Einstieg zu finden,

was schreiben?

.

Das Bier in der Hand, neben dir

den Laptop, verbunden

mit allen und niemand, die

news auf dem Schirm jederzeit:

Unruhen in Ägypten, Weltmärkte

fürchten den Ölschock, Massaker

in Mexiko am Fußballplatz

und? Was tun?

Auf facebook schaun, was deine

130 Freunde machen? Wer noch

wach ist? Blöde Filmchen sehn

auf youtube? Ein paar

Zeilen kritzeln, ein Gedicht?

.

Hier

wo immer weniger wissen wie

in einer Großstadt in Europa

im Jahr 2011

mitten im Winter in warmer Zelle,

überversorgt, überinformiert,

aber machtlos

hier

wo du fast täglich innerlich kollabierst

auf irgendeine Art

hier

wo immer weniger wissen wofür

.

Unverbesserlich bist du

in deinem Glauben an den Sinn

von gekritzelten Worten,

von gelebtem Leben,

von gesoffenen Bieren,

von produzierten Gedanken –

aber was sollst du auch anderes

tun als denken, Bier trinken und

Worte kritzeln? Eine schöne

Musik auflegen? In die Kneipe

um die Ecke gehen? Schach spielen

im Internet? Statt Bier Schnaps

trinken, dazu Kette rauchen? Dich

einfach ins Bett legen?

.

Hier

wo immer weniger wissen wohin

hier

mitten in Berlin-Neukölln

in einer Altbau-Wohnung, 2.Stock

hier

an diesem Ort, in dieser Zeit, in diesem Leben,

dieser Welt

wo immer weniger wissen wie


Blau über den Lichtern

Blau über den Lichtern

der Stadtsommernacht. Blau

über rauschenden Blättern, an-

gestrahlten Bäumen, blau

am Ende einer Treppe aus dem

Untergrund, am

angeschwipsten Abend

.

Und es ist genau dieses

Blau, hier und da, wofür

es sich zu leben lohnt

.